Die ersten Schritte mit unserem Holzbackofen (HBO)

Kapitel 0 – Grau ist alle Theorie (Vorwort)

… und Papier ist bekanntlich geduldig. Prospekte anschauen kann ganz nett sein, aber irgendwann will man mehr als nur buntes Papier in Händen halten! 

=> Die Anleitung zum Häussler HBO (Aufbau, Betrieb, Tipps Rezepte) gibt´s hier

 

Nach einem halben Jahr mit diversen Veranstaltungen und vielen Spenden reicht das Guthaben auf dem Konto um ernst zu machen …

 

Kapitel 1 – Ein Traum wird wahr … (🤩)

Am 06.Juni 26 hatte das Warten ein Ende! Eine Abordnung vom DorfWerk Rio e.V. hat sich auf den Weg nach Heiligkreuztal gemacht, um den Ofen persönlich in Empfang zu nehmen.

Nach einer herzlichen und persönlichen Begrüßung durch Herrn Häussler gab´s eine fundierte Einweisung in die Funktionsweise des Holzbackofens. Vom richtigen Anfeuern inkl. der Wahl des optimalen Holzes bis hin zu Feinheiten, auf welche es beim regelmäßigen Betrieb ankommt, wurde anschaulich an einem baugleichen Ofen, Schritt für Schritt, sowohl in der Theorie als auch in der Praxis alles erklärt.

 

 

Kapitel 2 – Zeigt her eure Füße (Schweiß(en))

Da die Standardfüße vom Hersteller für den statischen Betrieb konstruiert sind und somit für unsere Zwecke (Anhängerbetrieb) nicht taugen, mussten wir eigene Beine konstruieren und zusammenbauen.

Am 16.Juni wurden die selbst konstruierten Standfüße für unseren Holzbackofen zusammengebaut und montiert 💪

 

 

Kapitel 3 – Am Anfang war das Feuer (Einbrennen)

Das Einbrennen selbst ist ein relativ unspektakulärer Vorgang, bei dem außer dem Anzünden des Holzes und dessen Abbrennen lassen, keine weiteren Vorgänge am Ofen stattfinden. Etwas Spannung bietet dabei allenfalls das Beobachten des Thermometers und welche maximale Temperatur der Ofen wohl erreichen wird. 

Unser HBO wurde an drei aufeinander folgenden Tagen, jeweils mit einer zunehmenden Holzmenge erhitzt, um die im Schamottstein und Mörtel befindliche Feuchtigkeit aus dem Ofen zu entfernen und den Ofen langsam an die höheren Temperaturen zu „gewöhnen“. Durch diese langsame und schonende Methode wird verhindert, dass sich beim Erhitzen Spannungsrisse im Schamott/Mörtel bilden.

Der Schamott ist nach dem Abbrennen der Glut rundum schön sauber und hell und der Ruß ist weg. Ein Zeichen dafür, das beim Einheizen alles richtig gemacht wurde.

 

 

Kapitel 4 – Aus Spass wird ernst (Einweihungsfest)

 

Am 25. Juli war es endlich so weit, im Hof der Familie Traut wurde unser neuer Holzbackofen feierlich eingeweiht. Nach vielen Monaten der Planung, Vorbereitung und gemeinsamen Arbeit konnte somit ein Projekt abgeschlossen werden, das beispielhaft für den Gedanken des DorfWerks steht: „Gemeinsam etwas auf die Beine stellen, Menschen zusammenbringen und einen Ort schaffen, an dem Gemeinschaft gelebt werden kann.“

Zur Einweihung waren die DorfWerkerinnen und DorfWerker herzlich eingeladen.

Als Beginn kamen alle in gemütlicher Runde zusammen, bei Kaffee und Kuchen bot sich ausreichend Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich über die vergangenen Monate auszutauschen. Dabei konnte auf das Erreichte zurückgeblickt und zugleich der Blick auf die kommenden gemeinsamen Aktivitäten gerichtet werden. Besonders schön war dabei, dass der neue Holzbackofen nicht nur als neues Gerät, sondern als zukünftiger Treffpunkt und Bestandteil des Dorflebens betrachtet werden konnte.

Ein ganz besonderer Moment war das erstmalige Anheizen und Entzünden des Startfeuers. Dieses wurde von Timo Hagino vorgenommen und somit symbolisch der Holzbackofen offiziell in Betrieb genommen. Umrahmt wurde dieser besondere Augenblick mit einem Gedicht, das dem Startfeuer einen feierlichen und zugleich persönlichen Charakter verlieh. Das Feuer wurde so zum sichtbaren Zeichen dafür, dass aus einer gemeinsamen Idee nun Wirklichkeit geworden war.

Der neue Holzbackofen wurde nicht nur angeschaut, sondern auch direkt ausprobiert. Den Auftakt machten frisch zubereitete Flammkuchen, welche den ersten praktischen Einsatz des Ofens zu einem besonderen kulinarischen Erlebnis machten. Gemeinsam wurde beobachtet, wie sich der Ofen entwickelte und wie die Flammkuchen darin gelangen.

Anschließend wurden acht Brotteiglinge eingeschoben. Damit sollte erstmals ausprobiert werden, wie sich der Ofen beim Brotbacken verhält und welche Temperaturen und Bedingungen für optimale Backergebnisse notwendig sind.

 

Die Testbrote stellen somit nicht nur eine leckere Premiere dar, sondern sind gleichzeitig ein wichtiger Praxistest für die zukünftigen gemeinsamen Backtage.

 

 

 

 

Nachdem die Brotteiglinge im Ofen waren stand ein kleiner gemeinsamer Arbeitseinsatz auf dem Programm. Dieser Arbeitseinsatz war ein besonders vielseitiger Teil des Nachmittags und zeigte einmal mehr, wie unterschiedlich die Beiträge der DorfWerker sein können.

 

Einige haben ein Gestell geschweißt, das künftig als fahrbares Brotregal dienen soll. Andere haben parallel dazu die gebraucht erworbenen Holzregalroste  optisch auf- und technisch umgearbeitet. Die Regalroste wurden sorgfältig abgeschliffen und mit passenden Haltewinkeln versehen. So entstand bereits ein weiterer Baustein für die Ausstattung rund um den Holzbackofen. Das Brotregal soll nicht nur praktisch sein, sondern auch optisch gut in den Bereich rund um den Ofen passen. 

Für eine besondere kulinarische Note sorgte schließlich die Verarbeitung beim letzten Abendmarkt übrig gebliebener Brötchen. Aus diesen wurden gemeinsam Semmelknödel hergestellt. Damit wurde ganz praktisch gezeigt, dass Lebensmittelreste sinnvoll und lecker weiterverwendet werden können. Gleichzeitig passte die Aktion hervorragend zum Gedanken des gemeinsamen Kochens und Backens, der auch künftig rund um den Holzbackofen eine wichtige Rolle spielen soll.

 

 

Der Arbeitseinsatz verband damit handwerkliches Arbeiten, praktische Vorbereitung und gemeinsames Kochen. Jeder konnte sich entsprechend seiner Fähigkeiten und Interessen einbringen. Genau diese Mischung machte den Arbeitseinsatz zu einem gelungenen Bestandteil der Einweihung und zu einem schönen Beispiel für gelebte Dorfgemeinschaft.

Nach dem ersten Anbacken wurde der Nachmittag kulinarisch fortgesetzt. Es gab Zwiebelkuchen und Mohnkuchen, die gemeinsam genossen wurden. So entwickelte sich das erste Anheizen schnell zu einem kleinen Backfest, bei dem der neue Ofen seine Vielseitigkeit unter Beweis stellen konnte.

Der Holzbackofen stand nun nicht mehr nur als fertiggestelltes Projekt da, sondern konnte seinem eigentlichen Zweck zugeführt werden: Gemeinsam backen, gemeinsam genießen und gemeinsam Zeit verbringen.

Am Ende des Nachmittags waren nicht nur viele Eindrücke und Erfahrungen gesammelt, sondern auch die Bäuche gut gefüllt. Satt und zufrieden machen sich schließlich alle auf den Heimweg. Der erste Einsatz des Holzbackofens war damit rundum gelungen und machte Lust auf viele weitere Backtage.

Der Holzbackofen mit den geplanten Backtagen soll künftig zu einem festen Bestandteil des DorfWerks und Rio werden. Gemeinsame Backtage, gesellige Nachmittage bieten zahlreiche Möglichkeiten, den Ofen mit Leben zu füllen. Dabei steht nicht allein das Backen im Mittelpunkt. Vielmehr geht es um das Miteinander, um Gespräche, gegenseitige Unterstützung und darum, gemeinsam etwas Schönes zu erleben…. 🤩

 

 

 

 

Kapitel 5 – Learning by doing (Probebacktag)

 

… to be continued

 

Ein herzliches Dankeschön an Familie Traut für die Gestellung eurer Örtlichkeiten und allen DorfWerkern die durch Ihre Arbeitsleistung dazu beigetragen haben unserem Herzstück ein Schritt näher zu kommen.